Aus dem Leben eines Heilpraktikers

„Du musst doch verrückt sein.“ meine Mutter zeigte mir einen Vogel, als ich mit der Ausbildung zum Heilpraktiker begann. Abendschule – 3 Jahre lang. Und das mit Haus, Hof, 40-h Job und zwei Schulpflichtigen Kindern.
Kinderspiel… aber das war ja nur der Anfang, bzw. die Mitte.

Mom at work –
nur nicht verunsichern lassen.
Wer sein Ziel kenn, geht jeden Weg.

Der Anfang

Gesundheitsbewusstsein und das Interesse an Körperabläufen, Ernährung und Sport liegt in unserer Familie. Ich bin sportlich vorgeprägt – Opa, Großonkel, Vater… alles Sporties und alle körperlich mehr oder weniger versehrt. Bei allen kam die Gesundheitsschlamperei und bei allen kam danach immer wieder die Hinwendung zum Thema „Gesunder Lebensstil“.
Mich hatte es neben Ernährung und Sport immer zur Psychologie hingezogen und ich wollte es schaffen meinen therapeutischen Werkzeuggürtel so zu packen, dass ich Menschen einmal komplett betrachten und für jeden individuelle Gesundheitslösungen anbieten kann.
Es ist nun mal nicht jeder „Standard“ – Gott sei Dank nicht.

Die Mitte

Das bedeutete, dass ich tatsächlich verrückt sein musste – denn ich lernte, wie eine Besessene… Abschlüsse in Ernährungsberatung, Aromatherapie, Methoden der Energiearbeit, Ayurveda und und und…
Aber das war es was ich wollte, wo mein Herz aufging, wo ich die richtigen Schlüsse zog, wo ich helfen konnte und was mich glücklich machte.

Und ich wollte in meiner Arbeit vieles anders machen. Ich will nicht, dass meine Klienten ewig auf Termine warten. Ich will erreichbar sein, für den Notfall und das jeder Zeit. Ich will nicht nur ein „Bezahl-Berater“ sein, sondern ein „Freund mit therapeutischem Hintergrund“. Ich glaube das gelingt mir ganz gut.
Und es führt mich zu fantastischen Menschen, die mit dem Rucksack an Erfahrungen, Erlebnissen und Prägungen zu mir finden und es schaffen weiter zu gehen.
Das ist z. B. die junge Mama mit dem bezaubernsten Baby, was ich je gesehen habe, die unglaubliche Angst hat nicht zu genügen und den Anforderungen nicht gerecht zu werden.
Da ist die engagierteste Lehrerin, die ich je kennengelernt habe, die über ihr Engagement sich selbst verliert.
Da ist der Familienvater, dessen Haut Amok läuft, dem die Abgrenzung zur Arbeit abhanden gekommen ist.
Und da ist die übergewichtige Polizeibeamtin, die so ein liebenswerter Mensch ist, sich aber mit Gewicht vor ihrem inneren Selbst und äußeren Angriffen schützt.

Diesen Menschen ein wenig die Sicht auf sich selbst zu geben und sie zur Selbstfürsorge, Akzeptanz und aktivem Zutun für das eigene Wohlbefinden zu bewegen, das ist es worin ich meine Aufgabe sehe.

Dankbare Nachrichten und das Gefühl geholfen zu haben, sind Lohn für Dauerbereitschaft.

Kein Ende in Sicht – zum Glück

Heute morgen las ich einen Artikel von Otto Pötter, Autor des Buches „Jeden Tag etwas aber keinen Tag nichts“ ein Psychologe der nach der Logotherapie (Therapie der Sinnerfüllung) von V.E. Frankl arbeitet, mit folgendem Inhalt:

Sinnvoll leben, das ist gar nicht schwer, denn das was unsere Sinne füllt, ist immer schon in Fülle da. Es liegt an uns, ob wir mit wachen oder stumpfen Sinnen durchs Leben gehen. … Es stärkt unseren Glauben und schenkt neue Lebensperspektiven. … So reifen Glaubenskraft und Zuversicht. Das macht stark und zugleich gelassen und glücklich.

Natur & Heilen 5/2009 Otto Pötter

und so geht es wundersam weiter – jeder Tag, der dazu beiträgt anderen die Freude am Leben zu zeigen, Schmerzen zu nehmen, Sichtweisen zu ändern, zu sich selbst zu finden…. ist ein wertvoller Tag.

Ich bin unendlich dankbar, dass dieser Weg meiner ist.

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